Also, kurze Sache: Das mit dem kalten Wasser war eine falsche Angabe, es ist nämlich eiskalt! :) Die, die es wissen können mal eben bestätigen, dass es für mich nichts Schlimmeres gibt, als kalt zu duschen, sí, willkommen in Lima! :)
Soo, heute waren wir in dem ersten Waisenhaus, dort wo momentan noch Fabian arbeitet, der aber am 3. September zurückfliegt. Es ist sehr eindrucksvoll gewesen, wir sind mit Regina, der Leiterin dieses Projekts mit dem Auto hingefahren und sie hat uns erzählt, dass dieses Haus, das ist, welches am „Besten“ ist, da es neu renoviert wurde und nun kein Regen mehr durch die Dächer kommt und solche Sachen :)
In dem Haus leben nur Jungen, die vormittags und nachmittags immer zur Schule nebenan gehen. In dem Waisenhaus gibt es eine Küche, 4 Schlafzimmer mit Betten für jeweils 6 Jungen (soweit ich mich recht erinnere..), einen Aufenthaltsraum mit Musikanlage, einen Ess- und Aufenthaltsraum, einen Raum mit PCs, ein Büro und es gibt sogar eine Bäckerei nebenan, wo die Kinder backen können! Und natürlich das Bad für die Jungs und die Mitarbeiter. Trotzdem sind die Verhältnisse eben so, wie es in einem Waisenhaus zu erwarten ist, obwohl es neu renoviert ist (die Wände werden aber alle auch noch neu gestrichen!) :)
Es ist sehr einfach gehalten, aber alles ist sauber und gepflegt, die Jungen helfen auch immer mit aufzuräumen und zu putzen, jeder hat seine Aufgaben in dem Haus.
Ich habe ein paar Bilder gemacht, die ich hier noch posten werde :)
Die Jungen haben uns auf jeden Fall alle sehr nett und lieb begrüßt (zur Begrüßung gibt es hier übrigens immer einen Wangenkuss, aber nur einen!, und egal wie fremd die Person ist :) ) und sind alle sehr offen. Die Altersunterschiede sind teilweise schon recht groß, die Jüngsten sind 8 Jahre und der Älteste, glaub ich, 19 oder sogar 20, wobei die Älteren immer mehr dazu animiert werden bald ein eigenes Leben anzufangen und sich zu arrangieren.
Die meisten Kinder dort haben noch Eltern, die sie auch ab und zu besuchen, z.B. an Feiertagen oder am Muttertag, aber oft konnten dieses sich nicht um ihre Kinder kümmern, da sie Drogenprobleme etc. haben. Das Viertel, in dem das Waisenhaus ist, ist auch vor allem nachts sehr sehr gefährlich und Drogenhandel ist dort an der Tagesordnung.
Nunja, ich denke das war erstmal das Wichtigste vom Waisenhaus, an einem Tag erfährt man ja auch nicht so viel ;)
Danach sind wir mit Fabian noch in seine Wohnung gefahren, die zieeemlich krass ist, voll ausgestattet und alles, nicht so wie unsere nur mit Bett, Tisch, Küche und Bad :D (Unsere Wäsche bringen wir z.B. morgen in den Waschsalon..)
Jaa und als wir zu Hause waren, hab ich mich dann versucht zu duschen und bin erfroren und warte jetzt darauf, dass ich krank werde, aber wir haben schon mit dem „Portier“ gesprochen und es kommt wohl jemand nach dem Wasser schauen.. Biiiitte! :)
Und dann: … Hab' ich den Putzlappen geschnappt und das Bad gewischt! YEEES! An Alle, die irgendwann mal mit mir zusammenwohnen (vor allem spreche ich da meinen zukünftigen Ehemann an, hihi ;)), brauchen sich keine Sorgen um die Sauberkeit machen, ich kann jetzt auch ein ganzes Bad (vor allem den Boden) mit einem einzigen kleinen Waschlappen wischen, bis es blitzeblank ist. Ja, es gibt hier in der Wohnung einen Wischmopp, allerdings sieht der so aus, als würde man damit alles nur noch dreckiger machen. Nunja, morgen sollte dann noch die Dusche und die ganze Küche dran sein, und das wird ein Spaß!
Ich habe das Gefühl ich schreib total durcheinander, das tut mir Leid, aber es sind auch irgendwie so viele Sachen, die ich erzählen will und die fallen mir immer so zwischendurch ein (wozu der jahrelange Deutsch-Unterricht?!).. Ich versuche mich mit der Zeit zu bessern :)
Die Busfahrten heute waren wieder toll, da sind mir noch zwei Sachen aufgefallen, die ich sagen wollte: Es laufen immer ganz viele Leute zwischen den Bussen und Autos umher, um irgendetwas zu verkaufen, vor allem Süßigkeiten. Sie gehen dann auch in die Busse rein und versuchen da ihre Sachen loszuwerden. Außerdem gibt es ungefähr alle 20 Meter einen Stand mit gaaaanz vielen Riegeln und Getränken und allem, was man so essen kann, ich muss davon unbedingt ein Foto machen, die sind ganz witzig :)
Ich denke, ich habe für heute genug geredet, ich gehe jetzt mit den Anderen zum Bus und wir fahren zu einer anderen Freiwilligen, Caro heißt die und treffen dort ganz viele Andere, die wir auch noch nicht kennen, und danach geht’s auf ein Blues-Konzert auf der Straße :)
Dazu noch: Hier treten Daddy Yankee und die Red Hot Chili Peppers auf nächsten Monat, da gehen wir vielleicht hin.. Da fällt einem auf, dass man in einer Großstadt ist .. :D
Und es gibt nächsten Monat auch ein „Festival de la comida“ - ein Festival des Essens, da kann man Eintrittskarten kaufen und dann sind da ganz viele Einheimische, die da ihre Sachen kochen und man kann alles essen, HAMMERGENIAL! :) Mama-kocht-mäßig!
Naja, mal sehen, ich melde mich morgen vielleicht wieder.
Bis dahin mit den besten Grüßen aus der 10-Millionen-Metropole Limaaaa y muchos besos a todos :*