Lima

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Dienstag, 28. Februar 2012

Sonntag, 26. Februar 2012

Meine ganz persönliche zweite Halbzeit

So, die Hälfte ist nun um und ich poste euch einfach mal meinen zweiten Quartalsbericht, den ich im Rahmen von VIA e.V immer verfassen muss. Der spiegelt relativ gut meine Gefühlslage der letzten 3 Monate, die ich euch ja sowieso nochmal darlegen wollte :)
Bitte macht euch nicht so viele Sorgen nach Lesen des Berichts, denn er wirkt unter Umständen sehr negativ. Aber es geht alles bergauf :)


Zweiter Quartalsbericht Jenny Zylla aus Lima, Peru

Die letzten 3 Monate waren in jeder Hinsicht anders als mein erstes Quartal. Sicherlich war das abzusehen und doch hat mich die Fülle an Ereignissen, Erlebnissen, Gefühlen und Erfahrungen teils einfach überrumpelt.
Der Dezembermonat brachte schon viel mehr „Stress“ in der Arbeit mit sich, wie es um Weihnachten immer der Fall ist. Die Mädchen mussten zu vielen Veranstaltungen begleitet werden, es musste viel organisiert werden, meine Wochenenden wurden kürzer und die täglichen Arbeitszeiten verlängerten sich erheblich. Ich genoss es allerdings ein wenig mehr zu tun zu haben, auch wenn es mit Anstrengung verbunden war. Dadurch, dass ich viel Zeit im „casa hogar“ verbrachte, verbesserte sich mein Spanisch jeden Tag und ich lernte all die Mädchen, mit denen ich arbeite viel besser kennen!
Im Dezember stand nun auch Weihnachten an, welches für mich (leider) das traurigste Weihnachtsfest werden sollte, das ich je erlebt habe. Ich habe meine Familie sehr vermisst, da Weihnachten bei uns zu Hause immer ein friedliches und tolles Fest ist, welches ich sehr genieße und es einfach etwas völlig anderes war dieses Fest im Sommer auf einer Dachterasse mit Feuerwerk und Mitfreiwilligen zu feiern. Es passte schlicht und einfach nicht und für mich waren es zwei sehr sehr melancholische Tage.
Allerdings sollte ein paar Tage später unser erster großer Urlaub anstehen, auf den ich mich schon sehr freute. Ein wenig Abstand von der Arbeit, von dem Stress und etwas komplett Neues sehen!
Am Tag der Abreise war ich den Vormittag noch im „casa hogar“, dieses Mal allerdings alleine, das heißt keine „señorita“ (Erzieherin in diesem Sinne) war im Haus. Ich habe mich nach den ersten 2 Stunden schon sehr unwohl gefühlt, da sich viel gestritten wurde und eine Grundstimmung herrschte, die sehr durcheinander war und dieser Tag war einer der Ereignisse, weshalb ich eigentlich bis jetzt, das heißt 2 Monate danach, in einem Tief steckte. Ich habe den ganzen Urlaub lang (der übrigens auch sehr chaotisch und ungeplant, also typisch peruanisch, aber total toll war) sehr viel reflektiert und in vielen Gesprächen gemerkt, dass die Arbeit eine große Rolle für meine Unzufriedenheit darstellt. In der Zeit, in der ich so viel im „casa hogar“ war, habe ich die Mädchen auf eine intensivere Weise kennengelernt, auch ihren Umgang miteinander. Es herrscht sehr wenig Harmonie, es wird sich ständig gestritten, um Kleinigkeiten, die ich sehr schwer verstehen kann. Oft habe ich gemerkt, dass die Werte, die ich von zu Hause vermitteln bekommen habe, nicht mit denen, die die Mädchen haben, übereinstimmen. Ich habe eine sehr freundschaftliche und ruhige Beziehung zu meinem jüngeren Bruder und bin im Allgemeinen ein harmoniebedürftiger Mensch. Es war sehr schwer für mich, all diese Diskrepanzen innerhalb des „casa hogar“ als „Normalzustand“ anzusehen.
Hinzu kam, dass ich mich immer öfter in meiner Arbeit gelangweilt habe. Vor allem in den Ferien saßen die Mädchen oft nur vor dem Fernseher, wenn wir nicht gerade Schwimmunterricht hatten - eine gute Abwechslung! Auch die Workshops, die angeboten werden, wurden eher mit Desinteresse und viel Lärm begrüßt. Auch, dass wir selbst Armbänder gestalteten und unsere eigene Kampagne starteten, steigerte die Motivation nicht. Für mich war das oft unverständlich, da im Laufe des Tages nie viel gemacht wurde und die Abwechslung der Workshops trotzdem nicht auf Zustimmung stoß. Durch diese Attitüde der Mädchen verlor auch ich jeden Tag mehr Motivation, bis ich mich am Ende zwar langweilte, aber auch nicht die Motivation aufbrachte etwas Neues zu beginnen oder vorzubereiten. Ich hatte keine Lust, Zeit in etwas zu investieren, was möglicherweise auf Ablehnung stoßen würde.
Da ich im letzten Quartal auch nur noch alleine im „casa hogar“ arbeitete, ohne Laura, meine Mitfreiwillige oder jemand anderen, fehlte mir ein wenig die Unterstützung einer anderen Person. Mit dem Personal verstehe ich mich zwar gut, aber es ist eine eher distanzierte, rein arbeitstechnische Beziehung, die auch nicht sehr durch Interesse an meiner Arbeit geprägt wird. Ich fühle mich vom Personal nicht sehr in meiner Arbeit oder meinen Ideen unterstützt. Sie stimmen zwar immer zu, aber doch finde ich es etwas schwer Projekte alleine aufzuziehen, weshalb bis jetzt kein „richtiges“ eigenes Projekt zustande kam.
Ich habe mich oft nach dem Sinn meiner Arbeit gefragt. Es gab Tage, an denen ich mich vollkommen nutzlos fühlte und mir dachte, dass ich nicht unbedingt gebraucht werde. Und dieses Gefühl hat mich sehr erschrocken, denn genau das wollte ich durch meinen Freiwilligendienst nicht erreichen. Ich hatte doch vor etwas zu tun, anzupacken, mich auf eine gewisse Art und Weise „gebraucht“ zu fühlen. Ich habe viel mit meinen Mitfreiwilligen gesprochen und mir wurde oft gesagt, dass wir nicht vergessen dürfen, dass wir viel leisten, indem wir da sind. Dadurch, dass ich mit den Mädchen rede, dass sie wissen, dass ich eine Ansprechperson bin, eine Art Freundin. Dass sie mir Sachen erzählen, die durchaus auf Vertrauen aufbauen. Dies muss ich nur für mich selber erkennen und momentan überwiegt leider immer noch die negative Seite.
Diese Zeit brachte viele neue Gedanken mit sich. Ich lernte mich auf eine ganz neue Art kennen, allerdings eine Art, die mir selber nicht besonders gefiel. Wo sind mein Optimismus, meine Lebensfreude und meine Fröhlichkeit geblieben? Sich auf eine ganz andere Art und Weise kennenzulernen kann einen schnell durcheinander bringen und abschrecken.
Ich versuchte jedoch auch, das was ich gelernt habe, als positiv anzusehen. Meine Wurzeln, meine Heimat, da wo meine Familie, meine Freunde sind, das ist das, wo ich hingehöre. Ich habe schon am Anfang meines Dienstes gesagt, dass ich weiß, wohin ich wieder zurückkomme. Aber in dieser schweren Zeit wurde mir umso mehr bewusst, wie sehr mein Zuhause wirklich mein Zuhause, oder mehr als das, Heimat, für mich ist. Das ist wirklich eine positive Erfahrung, allerdings macht es das nicht einfach, wenn man sich sowieso schon einsam fühlt und in vielen Momenten lieber nach Hause will, oder eben zu den Menschen, die das Zuhause verkörpern.
Ende Januar/Anfang Februar verringerten sich die Tage, an denen ich mich nicht so gut fühlte schließlich, auch durch das Ankommen einer Freiwilligen aus den USA, die Motivation mitbrachte und mich ein wenig mitzog. Wir haben einige Projekte in Aussicht und ich hoffe, die lassen sich noch realisieren, denn leider bleibt sie nur bis zum 8. März. Aber sie hat mir zum Beispiel gezeigt, wie wichtig es doch ist, Unterstützung zu haben. Ich weiß nicht, ob ich durch diese Erfahrung trotzdem wieder so viel Motivation gefunden habe, um danach alleine weiterzumachen. Das wird sich die nächsten Wochen herausstellen.
Das Zwischenseminar im Februar hat mir jetzt auch nochmal viele neue Impulse geboten und ich habe sehr viel nachgedacht über all meine Arbeit.
Auch das Gefängnisprojekt, welches ich nur die ersten 3 Monate besuchte, fand noch einmal Platz für Reflexion, denn ein Insasse, um den Laura, meine Mitfreiwillige und ich uns lange Zeit im Krankenhaus gekümmert haben, ist verstorben. Was das genau für mich bedeutet weiß ich immer noch nicht, werde ich vielleicht auch nie wissen, aber es regte zum Nachdenken an. Ich merke, dass ich dieses Projekt und die Abwechslung in meiner Arbeit (das heißt auch in einem anderen Projekt teilzunehmen) sehr vermisse. Für mich sind 5 Tage die Woche, 7-8 Stunden am Tag im „casa hogar“ sehr anstrengend, vor allem da momentan eine große Disharmonie herrscht, der man schlecht entgegenwirken kann und die mich sehr in meiner Stimmungslage beeinflusst.
Natürlich gibt es auch schöne Momente mit den Mädchen, allerdings kann ich diese momentan, so sehr ich es versuche und möchte, nicht so genießen, wie ich es sollte. Das finde ich sehr schade, allerdings ist es auch schwer daran etwas zu ändern. Ich habe mir nach dem Seminar einige Sachen vorgenommen für meine zweite Hälfte, aber ich muss dafür auch an mir selbst arbeiten und andere Leute können mir dabei sehr wenig helfen. Das ist eine Situation, mit der ich selber klarkommen und die ich selber wieder in Ordnung bringen muss oder aus der ich eben das Beste machen muss!
Es wird schwer und eine Herausforderung für mich und momentan fühle ich mich dazu, glaube ich, auch noch nicht so richtig bereit, weil ich viele Gedanken und Impulse erst sortieren und verarbeiten muss, aber ich hoffe sehr, dass ich wieder Spaß an meiner Arbeit finde und sie zu dem wird, was ich mir von meinem Freiwilligendienst erhofft habe.
Abgesehen von all den negativen Aspekten, die nun hier Platz gefunden haben und mein zweites Quartal reflektieren, freue ich mich auch sehr auf meine zweite Halbzeit, da ich Besuch von ganz vielen lieben Menschen bekomme und die Möglichkeit haben werde, mit ihnen dieses wunderschöne Land näher kennenzulernen. Die Zeit wird doch im Endeffekt wieder viel zu schnell vorbeigehen und dann wünscht man sich man hätte noch viel mehr davon, nicht wahr?! Also heißt es: Genießen, erleben und den kleinen schönen Dingen und Momenten wieder mehr Beachtung schenken und zu erfahren, dass es sich lohnt sie über die dunklen Seiten zu stellen, auch wenn diese manchmal zu überwiegen scheinen!

In der Wüste am Meer - Cerro Azul

Da bin ich un wieder von meinem Zwischenseminar. Ich könnte sehr viel dazu schreiben, allerdings werde ich es hier wohl nur auf das Nötigste und Erwähnenswerteste beschränken ;)
Der Ort, Cerro Azul, war super. Mitten in der Wüste am Pazifik chillen, das bei genialem Wetter und mit netten Menschen, ist wirklich nicht schlecht. Ich lernte viele neue Leute kennen, wir haben und sehr viel über unsere Projekte ausgetauscht, unsere Kinder, unsere Beziehung zu Mitfreiwilligen und Chefs reflektiert, uns neue Ziele gesetzt für die zweite Halbzeit, über Rückkehr gesprochen, über Pläne für danach, das "weltwärts"-Programm reflektiert, das Thema Entwicklung nochmal aufgegriffen und was es für uns bedeutet. Viel, sehr viel. Dementsprechend war mein Kopf in diesen Tagen sehr gefüllt von allen möglichen Themen und oft hatte ich das Gefühl ich denke viel, aber auch gleichzeitig gar nicht nach. Ich kann das sehr schwer beschreiben. Natürlich blieb zwischen den Einheiten auch Zeit für ein wenig Entspannung am Strand oder das Highlight der Woche - RAFTEN! :) Es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn es viel zu kurz war und ich kann es jedem empfehlen. Auch die kleinen Angsthasen unter uns haben am Ende geschwärmt ;)
Das Hostel war auch ganz nett, leider fehlte immer wieder mal das Wasser und man konnte auch nur kalt duschen, aber das machte bei der Hitze Gott sei Dank nicht so viele Probleme.
Versorgt wurde wir auch mit einfachem, aber leckerem (und viel zu viel!) Essen. Ich weiß nicht, ob es das oder was anderes war, was dazu führte, dass am Ende des Seminars 2-3 Leute ziemlich krank wurden, nur Durchfall, Fieber und Schüttelfrost hatten und die Motivation und Lust die letzten 1 1/2 Tage somit stark sank und alle nur noch nach Hause wollten.
Ich war auch sehr froh, dann wieder in Lima zu sein und in Ruhe all meine Gedanken zu sortieren und Platz dafür zu finden. Ich hoffe, das gelingt mir in den nächsten Tagen noch ;)
Das Fazit ist, dass es Spaß gemacht hat, vor allem der Ort hat mir sehr gefallen, das es total ruhig und freundlich war, anders als das anonyme Lima, also eine gute Abwechslung. Verglichen mit dem Vorbereitungsseminar allerdings, gefiel mir das Zwischenseminar nicht sooo gut, das ist aber, wie ich ich gehört habe, die allgemeine Meinung aller Freiwilliger ;)
Ich poste im Anhang noch ein paar Bilder, leider habe ich noch keine zum Raften, aber die bekommen ich bald :)
Der nächste Artikel folgt sofort mit meinem Quartalsbericht, den ich euch nicht vorenthalten will! Bis bald und viele Küsse aus Lima :*

Die Schule, in der wir unsere Einheiten hatten



Stuhlkreis, wie sich das gehört

Unser Wochenplan

Der Strand :)


Unser 6er-Zimmer



Wüste und Strand




Obst essen am Strand :)


Grenadine

Der Himmel war jeden Abend bildhaft schön :)

Die Deutschen, tz tz..

Freitag, 17. Februar 2012

En Memoria de Alex

Ein paar kurzer Worte bedarf es jetzt doch noch ..
Ich habe lange nicht von Alex berichtet, der Insasse, der so lange im Krankenhaus lag und wo Laura und ich als Freiwillige immer hingegangen sind und mit allem Möglichen versucht haben zu helfen.
Alex ist vor ein paar Wochen erfolgreich nach Hause nach Holland geflogen worden und natürlich hofften wir alle, dass er dort vor allem durch bessere medizinische Untersützung schnell wieder gesund wird.
Vor 2 Wochen fragte ich Mari dann wie es ihm denn geht, denn sie steht im ständigen Kontakt mit seiner Familie. Sie erzählte mir, dass es ihm nicht gut geht und er sich wohl einer weiteren Operation unterziehen muss.
Heute musste ich erfahren, dass Alex verstorben ist. Ich kann nicht sagen, was diese Worte in mir ausgelöst haben. Auch nach einigen ruhigen Minuten, in denen ich nachdenken konnte, wusste ich nicht was das bedeutete. Was es für mich bedeutet, ob das überhaupt wahr ist, wie und was und überhaupt.
Ich weiß es wohl auch immer noch nicht so genau, vielleicht kommt das in den nächsten Tagen oder Wochen, vielleicht auch nie. Aber es gibt Sachen, die ich weiß. Dass man immer das Gute an schlechten Nachrichten finden sollte. Dass er zu Hause sein konnte, bei seiner Familie, dass er dort seine letzten Wochen verbracht hat. Und dass er jetzt glücklich und schmerzfrei sein kann, das hoffe ich sehr!
Und ich weiß, dass ich dich nie vergessen werde, Alex. Du hast nicht nur mir gezeigt, was es bedeutet für sein Leben zu kämpfen, auch wenn man glaubt, dass alle Kräfte schon verloren sind. Danke!

Donnerstag, 16. Februar 2012

Zwischenseminar

Hallo ihr Lieben, meine letzten Tage verliefen relativ unspektakulär, wenn aber auch ganz gut. Letztes Wochenende habe ich viel mit Freunden gemacht, war feiern, auf einem tollen Jazzkonzert und und und :) Die letzte Woche im casa war auch gut und nun ist ganz Lima inzwischen voll von anderen Freiwilligen mit denen es dann am Freitag los gehts auf unser Zwischenseminar in Cerro Azul, 1 Woche an den Strand! :)
Ja das bedeutet die Hälfte ist nun wirklich bald schon rum.. Ein komisches Gefühl, aber dazu werde ich mehr berichten, wenn ich aus dem Seminar nach Hause komme und werde dann wohl auch direkt meinen Quartalsbericht posten, der dann wohl sehr gut berichtet über meine Gefühlslage der letzten 3 Monate!
Morgen geht es nochmal mit meinen chicas an den Strand, als kleiner Vorgeschmack sozusagen und am Freitag geht es dann für eine Woche los! Ich freue mich sehr auf die Zeit, raus aus Lima, ein bisschen auftanken, Sonne, Energie und neue Kraft für die 2te Hälfte! Vor allem lerne ich neue Freiwillige kennen und ich bin mir sicher wir werden ziemlich viel Spaß haben!
Internet wird wohl eher spärlich ausfallen, aber ich melde mich danach dann ausführlich! Eine wunderschöne Woche und viele Sonnenstrahlen aus dem über 35 Grad heißen Lima! :*

Freitag, 10. Februar 2012

Mir fällt keine Überschrift ein.

Ich wollte euch nur mal ein paar Worte (aber vor allem Bilder) von den letzten Tagen zeigen.
Wir waren am Dienstag wieder mit den Mädchen am Strand! Leider hat es Montagnacht total geregnet (Was ist da los?) und ganz Lima war am nächsten Morgen nass, weshalb ich ziemlich demotiviert losgezogen bin :D
Aber das legte sich dann alles wieder und mit der Zeit kam auch die Sonne und ich habe mir an diesem Tag natürlich dann direkt mal den dicksten Sonnenbrand überhaupt geholt, weshalb ich nachts jetzt nicht richtig schlafen kann, ist super ;) Aber das geht ja auch alles wieder vorbei!
Der Tag am Strand war auf jeden Fall super, mit war auch Jill. Ich weiß nicht, ob ich sie schonmal erwähnt habe, aber sie ist eine 19-jährige Freiwillige aus den USA, die noch einen Monat hier ist und jetzt 3 Mal die Woche nachmittags mit mir im casa ist! Es ist wirklich ganz cool, wenn man so ein wenig Unterstützung hat, denn vier Hände schaffen mehr als zwei und zwei Köpfe haben auch mehr Ideen als einer ;)
Mittwochs haben wir jetzt immer eine "taller", einen Workshop (Gibts dafür eigentlich auch ein deutsches Wort?), in dem wir einen Kampagne zu "gutem Umgang" starten. Wir gehen durch Rímac, klopfen an die Häuser und fragen die Leute ob sie respektvoll miteinander umgehen etc., hängen Plakate auf und verteilen selbstgemacht Armbänder an die Leute, auf denen "buen trato" steht, "guter Umgang" sozusagen. Ist wirklich eine tolle taller, nur die Mädels verlieren schnell die Lust, obwohl sie den ganzen Tag nichts anderes machen als Fernseh schauen, weil ja Ferien sind. Etwas unverständlich, aber gut.
Nachmittags haben Jill, Paola und ich noch Masken mit den Mädels gemacht aus Haferflocken, Eiweiß und Limone, sehr gut ;)
Heute waren wir dann wieder im Schwimmbad und nachmittags habe ich Paola (der chica Paola, nicht meiner "Kollegin" ;)) geholfen die Plakate für die Kampagne zu machen! Es war ein schöner Tag :)
Jill und ich haben jetzt die Idee eine Wand oben auf dem Dach anzumalen. Das Dach ist eigentlich eine große ungenutzte Fläche, wo es lange Zeit auch sehr dreckig war. Paola hat dort jetzt aufgeräumt und wir wollen die Wand mit den 3 Teilen Perus, Costa (Küste), Sierra (Gebirge) und Selva (Regenwald) bemalen! Ich denke das wird schön werden und hoffentlich wird das Dach auch öfter genutzt wenn es dort netter aussieht :)
Sonst wollen wir gerne noch etwas ländertypisches aus den USA und Deutschland kochen und vielleicht noch Kosmetik selber machen, aus günstigen Sachen aus der Küche :)
Mal sehen wie sich das alles umsetzten lässt!
Morgen Abend bin ich dann mit einigen Leute auf einem Jazzkonzert und danach wohl noch auf einer Geburtstagsfeier. Am Samstagabend ist auch eine Feier in einer Disko am Meer angesagt, mal sehen wie das wird.
Ich hoffe, dass das auch alles so klappt, denn gerade heute spielt mein Magen ein wenig verrückt und mir gehts nicht so gut :( Habe eigentlich nichts Ungewöhnliches gegessen, aber das passiert eben mal.. Ich hoffe, dass es morgen wieder besser ist!
Ich hoffe dass es euch allen gut geht! Ich poste noch die Bilder hinterher :)
Macht es gut, ich freue mich über jeden Kommentar :) Jenny:*

Jacky und Roxy

Roxy und Liliana

Einige der Mädels, Jill und ich

Die selbstgemachten Armbänder :)

Rummantschen, yeeeah :)


Maske!

Sara und Maria

Yuri

Anghy, Leydi, Paola, Sania

Jill, Paola, Graciella

Hübsche Mädchen:)

Wer sind diese Verrückten?

Montag, 6. Februar 2012

Ein volles Wochenende! :)

Hallo meine Lieben!
Ich melde mich mal mit einem Bericht und ein paar Fotos vom Wochenende! Also am Freitag war ich mit Steffen und Nery, einer peruanischen Freundin auf einem Konzert in einer Discothek. Der Sänger heißt J. Alvarez, kommt aus Puerto Rico und macht "Reggeaton", eine Musikrichtung, die hier nur gehört wird und in Deutschland ziemlich unbekannt ist, natürlich auch weil nur auf Spanisch gesungen wird ;) Aber ich kann es euch in jedem Fall empfehlen, vor allem den Leuten, die auf gute Tanzmusik und Zumba etc. stehen ;)
Der Abend fing leider mit einer kleinen Panne an, da uns, als wir in der Schlange standen gesagt wurde, dass wir einen Ausweis brauchen! Ich habe hier grundsätzlich nie was dabei, weil man eigentlich auch nie was braucht.. Ich habe im Endeffekt auch keinen blassen Schimmer wofür der Ausweis gut sein sollte, wenn man doch eine Eintrittskarte hat.. Nun gut, Steff und ich sind also im Eiltempo im Taxi nach Hause, haben unsere Ausweise geholt und sind wieder zurück! In der Schlange angekommen meinte dann ein Wächter "Habt ihr jetzt eure Ausweise?" und hat uns an allen vorbeigelassen :D Allerdings hat uns NIEMAND nach unseren Ausweisen gefragt, dh. wir mussten sie nicht vorzeigen, was uns ca. 30 Soles Taxigeld gespart hätte, aber gut, das weiß man ja vorher nicht ;)
Der Abend hat sich auf jeden Fall gelohnt, es kam erst noch eine Vorband, die auch ziemlich gut war und für gute Stimmung gesorgt hat! Als J. Alvarez dann allerdings die Bühne betrat ist die Meute schier ausgerastet und da wir so ungefähr in der 3ten Reihe standen wurde es ziemlich eng.. Aber da ich mit meiner Größe hier als durchschnittlich oder teilweise sogar als groß gelte (!!!) war es kein Problem alles mitzubekommen ;) Hat ja doch alles seine Vorteile!
Das Konzert ging dann ungefähr bis halb 3 und es war richtig tolle Musik und gute Stimmung! Danach haben wir noch ein wenig getanzt und sind dann nach Hause gefahren, da auf mich am nächsten Morgen ziemlich früh der Wecker wartete ;)


Die Vorband




Man erwartet J. Alvarez..

.. und da ist er!! (links)

Yeeeah:)

Die Menge!




Steffen und Nery!

Nach ca. 3 1/2 Stunden Schlaf klingelte dann der Wecker. Es sollte auf ins penal gehen, das Gefängnis in dem ich vorher gearbeitet habe, um die Knastis mal zu besuchen! Mittwochs und samstags ist immer Frauen- und Kinderbesuch, also machten Mari (eine Peruanerin, mit der ich im penal gearbeitet habe), Laura, ihre Gastmama Ofelia und ich uns auf, um uns mal davon überraschen zu lassen, wie es ist nicht "zur Arbeit" ins penal zu gehen, sondern zur Besuchszeit. Es sollte spannend werden ;)
Erstmal mussten wir uns Röcke vor dem penal ausleihen, denn als Frau darf man nur mit knielangem Rock und Sandalen ins penal und da ich leider keinen zu Hause habe, lieh ich mir einen. Schon komisch, denn wenn wir zu Arbeit ins penal gehen, musste wir immer lange Hosen und Schuhe anhaben, kein Stück Haut durfte gezeigt werden!
Dann sind wir zu einem kleinen Häuschen gegangen, wo wir unsere Ausweise vorzeigten und eine Nummer + Stempel bekamen. Ich war Nummer 675, das heißt der 675. Besucher an diesem Tag, und es war 11 Uhr morgens. Danach hieß es: Anstellen in der Schlange, schade, daran konnten wir sonst immer getrost vorbeigehen ;) Dort mussten wir dann auch eine geschlagene Stunde warten, denn vor allem samstags ist es unheimlich voll! Alle Wächter haben und schon komisch angeschaut, weil sie uns wiedererkannten und dann fragten, ob wir nicht mehr mit CEDRO kommen würden, denn als "Angestellter" darf man nicht zu Besuchszeiten ins penal. Aber da das Projekt ja leider nicht weiterläuft, sagten wir ihnen, kämen wir jetzt so mal um die Knastis zu besuchen. 
Auf dem Weg bis zu den "Sicherheitskontrollen" bekamen wir noch gefühlte 928374 Stempel und Nummern, bis wir dann zum Abtasten mussten. Dort geht man in einen kleinen Raum, wo eine Frau einen abtastet und die Tasche durchsucht. Ziemlich unfreundlich die Kollegen da.. Ich hatte einen Schal an, der dann direkt abgenommen wurde und den ich draußen lassen musste. Das wird einem natürlich nicht vorher gesagt. Laura und ihre Gastmama mussten auch nochmal raus und sie ein anderes T-Shirt anziehen, total überflüssig. Nun gut, also raus, umziehen, wieder rein. Dann haben sie beinahe auch noch an meinem T-Shirt rumgemeckert, aber nochmal wäre ich nicht rausgegangen!
Als wir dann endlich im "pabellón" waren, Pavillon wo wir gearbeitet haben, war es echt richtig toll alle wiederzusehen! Sie haben sich alle so sehr gefreut und gefragt, wann wir wiederkommen und ob das Projekt wieder gestartet wird und und und.. Leider mussten wir sie immer enttäuschen und sagen, dass wir womöglich nicht mehr mit CEDRO kommen, sondern evtl. nur nochmal als Besucher :( Aber es war wirklich ein toller Mittag und es tat sehr gut dort zu sein. Ich habe gemerkt, dass ich meine Arbeit da wirklich sehr vermisse, auch wenn ich nicht so lange im penal gearbeitet habe. Diese 2 Tage die Woche waren allerdings immer eine gute Abwechslung und die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht!
Um 14 Uhr sind wir dann wieder aus dem penal raus, da dann die 2te "Schicht" anfängt und eine neue Gruppe reindarf. 
Es war auf jeden Fall eine Erfahrung und wer kann schon behaupten in einem peruanischen Gefängnis gewesen zu sein, und dann noch mit all den einheimischen Frauen zur Besuchszeit, hihi ;)
Stempel über Stempel


Und Nummern über Nummern ;)

Direkt nach dem penal ging es für mich dann weiter nach "Gamarra", einer Art Einkaufspassage in der man ALLES kaufen kann. Es gibt von Schuhen über Kleider, Anzüge, Taschen und Hosen einfach alles was das Herz begehrt, billig und natürlich auch alles gefälscht, wenn es denn Marken sind ;)
Ich brauchte an diesem Tag unbedingt ein Kleid und Schuhe, da ich abends auf einem 15ten Geburtstag einer chica eingeladen war, die bis Ende letzten Jahres bei mir im casa war. Der 15. Geburtstag von Mädchen (nicht von Jungen, da ist es der 18te) ist hier eine große Tradition und wird ziemlich riesig mit Torte und mega Kleid und vielen Gästen und vielen Bräuchen gefeiert! Mich erinnert es immer eher an eine Hochzeit ;)
Ja ich fand dann auch ein "kleines Schwarzes" ;) mit passenden Schuhen und hatte dann ca. 45 Minuten Zeit mich komplett fertig zu machen, bevor ich mich in Rímac mit Laura, Richard (ein peruanischer Freund), Paola (eine junge Mitarbeiterin von CEDRO) und ihrem Freund Coco treffen sollte! Dort angekommen mussten wir leider eine geschlagene dreiviertel Stunde auf die Beiden letzteren warten. An die peruanische Unpünktlichkeit hab ich mich noch nicht gewöhnt und das werde ich wohl auch nie tun! Ich bin immer noch 5 Minuten zu früh überall, obwohl ich weiß, dass derjenige, mit dem ich mich treffe zu spät kommt ;)
Dann ging es auf nach Villa El Salvador, ein Stadtteil Limas, der seeehr am Rand und sehr weit weg liegt. Mit einigem Verfahren kamen wir dort um 11 Uhr an und waren überrascht, dass so gut wie niemand da war.
Das Geburtstagskind kommt üblicherweise um 12 bei der Feier an, wo dann auch die Zeremonie beginnt, also warteten wir noch ein wenig.
Um 12 Uhr wurde Yuliana dann von ihrem Papa in den Raum geführt (Was ein Kleid!) und es kam der Schuhwechsel. Eine Tradition, die verdeutlicht, dass sie nun ihre Kindheit hinter sich lässt und eine señorita ist :)
Danach wurden ein paar Worte gesprochen von den Eltern und den Paten und dann musste Yuliana mit jedem männlichen Gast der Feiern tanzen, die auch nach und nach eintrudelten.
Dann wurde noch eine kleine Ansteckblume geworfen, so wie der Brautstraußwurf, um den (Tanz-)Partner des Abends festzulegen. Danach begann dann die richtige Party, es wurde getanzt, gelacht, gegessen :) Ich war allerdings an diesem Abend sehr müde, da die letzte Nacht nicht von Schlaf geprägt war und ich den ganzen Tag unterwegs war.. Aber bis 4 Uhr blieben wir dann doch, obwohl ich sowie Richard fast auf den Stühlen einschliefen ;)
Um 5 Uhr lag ich dann todmüde im Bett und habe heute dann auch bis halb 3 ausgeschlafen, was bitter nötig war ;) Der Sonntag war dann relativ entspannt, mit Markteinkäufen, putzen, aufräumen und diversen Kleinigkeiten :)
Morgen geht es dann wieder auf an die Arbeit! Ich wünsche euch allen einen tollen Wochenstart und schicke euch (wieder) ein paar Sonnenstrahlen in die Eiseskälte. Und ein paar Umarmungen natürlich auch! :)
Jenny:*

Mein Kleid

Die Torte!

Richard, ich, Laura, Coco (v.l.n.r.)

Der Einzug :)

Der Schuhwechsel

Vater-Tochter-Tanz

.. auch die Kleinsten müssen tanzen! ;)

Der Tanzpartner Andres

Yuli mit ihren Eltern

Paola, Yuli, Laura und ich

Das hübsche Geburtstagskind :)

Alle zusammen :)