Jaaa, heute waren Laura und ich dann zum ersten Mal im Gefängnis, ich wusste überaupt nicht, was mich erwartet.. Uns wurde nur oft gesagt, dass es überhaupt nicht so sein wird, wie man es sich vorstellt!
Gut, also haben wir uns mit Mari getroffen, die im Gefängnis arbeitet und sind mit ihr dahin gefahren. Dort haben wir dann Mónica getroffen und Christoph und David, das sind die Beiden, die bis Ende Oktober bleiben und hier ein Praktikum vom Studium aus machen und „feste“ im Gefängnis arbeiten, also nirgendwo anders mehr.
Dann mussten wir erst unsere Handys und Schlüssel abgeben und sämtliche elektronische Geräte und uns dann registrieren und haben „Besucher-Ausweise“ bekommen.
Das Gefängnis ist in verschiedene Teile geteilt und wir arbeiten in dem Teil, in dem nur Ausländer sind, wobei dort jetzt auch viele sind die Spanisch sprechen, weil sie entweder aus Spanien sind oder eben Spanisch gelernt haben, in der Zeit in der sie da sind. Sonst wird sich auf Englisch unterhalten. Wir wurden vielen vorgestellt und alle waren super nett und haben sich gefreut, dass wir da sind! Dann sind wir in die Kirche gegangen, die da ist, weil montags immer ein Kurs mit den CEDRO-Leuten ist, in dem es um verschiedene Themen geht, heute war es z.B Respekt. Dazu werden dann z.B. Geschichten erzählt oder andere Sachen und dann unterhält man sich drüber und die Atmosphäre ist sehr locker. Alle dürfen sich normal einbringen und die Gruppe darf auch selbst entscheiden, was sie machen möchte oder wenn sie Ideen haben, diese einbringen.
Am Ende haben alle Kekse und Kakao bekommen, das ist auch jedes Mal nach der Session so :)
Wir mussten uns zu Anfang dann auf Spanisch und Englisch vorstellen, da immer übersetzt wird. Ich musste auf Englisch erst mal überlegen und es fiel mir verdammt schwer zu switchen, weil ich nur noch spanische Wörter im Kopf habe! :D
Wir wurden dann auch von Einigen angesprochen und haben uns ein wenig unterhalten. Als wir dann wieder zurück im „Haupthaus“ waren, haben wir uns den Hof und alles angeguckt. Nunja, alle laufen rum, es ist total voll, es läuft Musik, die Leute kochen zusammen, spielen Billard oder andere Sachen. Es ist total locker und nichts mit „Jeder sitzt in seiner Zelle“, absolut nicht. Man trifft überall Leute und das sind alles Menschen wie du und ich. Dann haben wir direkt einen Amerikaner kennengelernt, der total froh war, dass wir Englisch konnten und einfach nicht mehr klarkam, dass er weiße Frauen sieht :D Er meinte er würde unsere Namen nicht mehr vergessen und diese Augen und wenn er in 2 Monaten raus sei, uns zum Essen einladen, blablabla.. Es war ziemlich witzig, auch wenn er nur Quatsch geredet hat!
Ja, er hat uns dann auch zum Essen eingeladen, ich hatte Reis mit eine Art Frikadellen und Kartoffeln. Es ist hier generell total üblich Reis, Nudeln und Kartoffeln zu mischen, vor allem Reis und Kartoffeln!
Ja, dann haben wir uns ziemlich lange mit noch einem anderen Ami unterhalten, einem Italiener, haben einen getroffen, der aus Stuttgart kommt und all sowas :) Es war sehr Interessant!
Und dann war noch einer aus Haiti dort, der seine ganze Familie bei dem Erdbeben verloren hat und kein Wort Spanisch versteht und irgendwie neu dort ist. Ihm war kalt und er tat mir so unheimlich Leid, weil niemand ihn verstanden hat und er auch niemanden .. Hm :(
Mal sehen, was für Geschichten man so erfährt, in der Zeit, in der man da ist. David und Chris meinten viele erzählen auch Lügen, aber sind einfach froh, wenn mal jemand da ist der ihnen zuhört und sie versteht. Aber da kommen schon krasse Geschichten bei rum, einige hab ich schon gehört ;)
Am Donnerstag gehe ich jetzt alleine mit Mari ins Gefängnis (Ich schreibe demnächst wahrscheinlich nur „penal“) und werde dort erst mal bei ihrem Spanischkurs dabei sein und zuschauen und helfen..
Sonst haben wir nicht viele konkrete Aufgaben, wir sollen den Spanischkurs bzw. den Englischkurs, den David und Chris jetzt anfangen weiterführen, wenn die dann im Oktober weg sind. Und sonst fallen so Sachen an wie Karten schreiben an die Familie zu Hause, oder den Jungs etwas kaufen, was sie von draußen brauchen, z.B Medikamente. Und eben ganz viel reden und einfach zuhören, denn viele haben dort Redebedarf, aber langweilen sich auch viel, da es nichts zu tun gibt.
Ich bin sehr gespannt auf die Arbeit, heute hab ich mich dort auf jeden Fall sehr wohl gefühlt!
Morgen geht es dann erst mal wieder ins casa zu den chicas mit Laura und Mittwoch auch und dann geht’s ALLEINE looos, ahhh :)
Jetzt aber muss ich erstmal ab ins Bett und schlafen, der Tag war relativ anstrengend, wir waren noch einkaufen und alles und erst um 8 zu Hause!
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag :) Bei Euch beginnt er ja nun fast schon!
Muchos besos de Lima a todoooos en Alemania :**