Lima

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Freitag, 28. Oktober 2011

Gastfamilien

Da bin ich wieder, wenn auch müde und fertig, wollte ich heute Abend doch mal meinen Pc anmachen und einen Blogeintrag zu den Gastfamilien schreiben, die wir heute und gestern besucht haben!
Also gestern sind wir mit Carina, so heißt die Freundin von Francisco, die uns begleitet hat, zu einer Gastfamilie in Breña gegangen. Die besteht aus einem Ehepaar mit einer 15-jährigen Tochter, einem Hund und einer Katze. Die Familie war von Anfang an sehr sehr nett und ich habe mich dort auch wohl gefühlt :) Sie sind gerade erst neu in die Wohnung eingezogen und richten noch ein wenig ein, aber es ist sehr nett dort. Da sie nur ein Mädchen aufnehmen, kommt diese Familie nur für Laura und mich in Frage. Das Zimmer müssten wir uns mit der Tochter teilen, was schon etwas .. naja, komisch ist. Sie wollen dann eine Trennwand oder Ähnliches aufstellen, damit man ein wenig Privatsphäre hat, aber viel wird das wohl nicht sein ;) Ein eigenes Zimmer wäre schon wirklich nicht schlecht, aber gut, man muss sich auch an die Gegebenheiten anpassen! Wir werden sehen, Laura und ich sind mit der Familie an sich auf jeden Fall beide sehr zufrieden :)
Die Familie heute wohnt am Anfang von Callao, in einem neuen Wohngebiet, das fast eine eigene kleine Stadt ist. Ich war sehr überrascht, als wir dorthin kamen, denn die Familie scheint schon besser zu verdienen. Dieser Komplex ist total abgesperrt, mit krassen Sicherheitsvorkehrungen und sie haben eine Wohnung mit 2 Stockwerken und großer Terrasse im 5ten Stock!
Die Familie besteht aus einem Ehepaar und 3 Töchtern, auch alle sehr lieb und offen! Das Problem dort ist das Zimmer (bzw. das, was es sein soll..) Die Familie meinte sie hat Platz für 2 von uns, von daher waren wir sehr gespannt auf die Räumlichkeiten.
Jaa, also der Raum für uns befand sich im 2ten Stock, wo es generell sehr klein ist, es gibt aber ein eigenes Bad. Dort wo die Betten hinsollten, das ist allerdings kein Zimmer, sondern quasi der Flur.. Nebenan ist dann die Terrasse und der „Waschraum“. In diesen Flur passen vielleicht gerade mal 2 Betten, aber nicht mehr, also kein Kleiderschrank, geschweige denn ein Tisch etc. Aber selbst für eine Person wäre es etwas komisch.. Denn es gibt zwar ein eigenes Bad und man ist etwas „abgeschottet“ von den Anderen, aber man kann nichtmal eine Tür zu machen, sondern schläft quasi an der Treppe, wo es nach unten geht. Man kann alles hören und man wird gehört. Von uns Vieren sagen eigentlich alle, dass es eher nicht so gut wäre. Ich versuche schon tolerant zu sein, schließlich sind wir hier in einem anderen Land mit anderen Sitten und so weiter, aber ob das für mich eine Lösung für 10 Monate wäre – Ich weiß nicht..
Morgen oder Freitag gucken wir uns dann noch die Wohnung von Gladys an, so heißt die junge Frau, die alleine wohnt und ihre Wohnung gerne teilen würde, das heißt quasi eine WG zu 2. ;) Ich bin eigentlich schon eher für eine Gastfamilie, aber wir werden sehen!
Da ich die letzten beiden Tage 12 Stunden unterwegs war und erst abends um halb 10 ungefähr nach Hause kam, bin ich ziemlich müde und fertig. Der Montag kommt mir wieder sehr weit weg vor und es ist generell ein komisches Gefühl, dass sich alles im Moment ein wenig „bewegt“ ;)
Für die Jungs ist es schwieriger Familien zu finden, weil viele nur Mädchen aufnehmen, aber für Laura und mich wird es wohl in einer Woche so weit sein, dass wir woanders wohnen, wenn wir zufrieden mit allem sind. Ich weiß nicht, was uns noch erwartet und ob wir nicht sogar noch mehr Familien besuchen, als Gladys, was natürlich schon von Vorteil wäre.
Ich merke einfach wieder, dass so etwas einfach geregelt sein muss, bevor man in das Land kommt. Es ist schon sehr blöd, dass wir jetzt nachdem wir uns eingelebt haben, wieder wechseln und obwohl ich mich freue, ist es doch mit Stress verbunden, sogar womöglich mehr geistig als körperlich.
Es wäre wirklich gut gewesen, wenn das gestanden hätte, bevor wir unsere Reise angetreten haben, aber gut, nun kann mans nicht ändern, und ich freue mich trotzdem und denke, dass ich es sehr gut finden werde in einer Familie zu wohnen! Am Anfang wusste ich nicht so recht, was ich bevorzuge, aber inzwischen möchte ich schon gerne in eine Familie :)

Die letzten beiden Tage im casa waren eher langweilig muss ich sagen und so langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich nichts zu tun habe und dass es manchmal sinnlos ist dort zu sein. Es ist auch schwer etwas zu starten, weil nie alle Mädchen da sind und weil wir Sachen, die wir brauchen etc. auch selbst bezahlen müssen. Ich habe mir schon oft Gedanken drüber gemacht, dass wir eigentlich viel mehr von uns aus machen müssen, Ideen einbringen usw. aber irgendwie klappt das auch nicht so wirklich. Ich hab momentan auch nicht wirklich viele Ideen und eigentlich ist es schade, dass man sich dann manchmal langweilt, so sollte es ja nicht sein.
Ich weiß allerdings auch nicht wirklich, wie ich es ändern soll.
Manche denken vielleicht jetzt „Ja ist doch gechillt, den ganzen Tag bisschen Fernsehen, bisschen quatschen, bisschen dies das“ aber mir wäre es glaube ich lieber, wenn ich konkrete Aufgaben hätte! Dann hat man was zu tun und der Tag geht schneller rum und macht mehr Sinn. Nunja, mal sehen, wie sich das so entwickelt und wann ich vielleicht etwas mehr Zeit habe, mir darüber Gedanken zu machen ;)

Jetzt geht es ab ins Bett! Ich hoffe bei euch ist alles gut, übrigens küsse ich heute Sabine, weil sie Geburtstag hat, ALLLLLLLES LIEBE:) :**

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